Der Zitronenfalter im Küchenschrank

Schmetterlinge sind wunderbar und dazu da uns zu erfreuen.
Es gibt ungeheuerlich viele Arten von Schmetterlingen. Die meisten von Ihnen leben in Brasilien.
Dort werden sie auch Handteller groß. Sie schillern in allen Farben und treten in großen Schwärmen auf um sich zu zeigen und von den Anderen bewundert zu werden. Es ist ein eitles Völkchen. Die Einen mehr, die Anderen weniger.
Nun leben verwandte Arten der brasilianischen Falter auch bei uns in Europa.
Sie sind kleiner und nicht so schillernd in der Farbe. Und sie treten nicht in Schwärmen auf, leben eher allein, treffen sich aber zu den Mahlzeiten vor allem auf deren extra dafür gezüchteten Bäumen, den Schmetterlings Bäumen.
Nun kam ein Verwandter aus Brasilien nach Deutschland. Er war zu Besuch in einem Hotel. Im Zoo in Stuttgart genannt Wilhelma, und dort im Schmetterlingshaus.
Es sprach sich herum, dass ein so prächtiger Verwandter angekommen war und die anderen Schmetterlinge scharten sich um ihn.
Er war ein Angeber und brüstete sich mit den vielfältigen Formen und Farben der brasilianischen Verwandten.
Nach dem Treffen besprachen sich die anderen Schmetterlinge und wollten eine neue Art gestalten.
Es war Frühling und so sollte auch die neue Art frisch wie der Frühling sein und leuchtend wie die ersten Frühlingsblumen.
Sie setzten ihren Nachwuchs an dem Zitronenbaum ab, der sich ebenfalls in dem Schmetterlingshaus befanden.
Der Nachwuchs fraß sich durch die Zitronenblätter und als die Zeit gekommen war um endlich ein Schmetterling zu werden, hängte sich der Nachwuchs auch im Zitronenbaum unter ein Blatt.
Der Frühlingsschmetterling der nun endlich sein Flügel ausstrecken konnte, war leuchten gelb wie die Zitronen am Baum. Da sich die anderen Schmetterlinge beim Anblick der Farbe ihres Artgenossen schütteln mussten, mieden sie den Schmetterling.
Es war ein einsames Leben für den Zitronenfalter und in einem unbeobachteten Augenblick konnte er das Hotel unbemerkt verlassen. Er hatte Hunger und so flog er seiner Nase nach und landete auf einem riesigen Schmetterlingsbaum in einem Privatgarten. Dort war gerade Teezeit und die 5jährige Marie wurde in die Küche geschickt um die Zitronenscheiben zu holen.
Der Duft der Zitronen war für den Schmetterlingsfalter die einzige Erinnerung an seine Kinderstube. Geplagt vom Heimweh, flog er Marie hinterher in die Küche. Er saugte und nagte an den Zitronen, so dass die Scheiben zusammenklappten, als wären sie gefaltete worden.
Marie staunte nicht schlecht und brachte die gefalteten Zitronenscheiben in den Garten. Sie erntete ein Lob für diese schönen Scheiben.
Der Zitronenfalter versteckte sich weiterhin im Küchenschrank und lebte von nun an bei den Zitronen in der Küche von Marie.
Da es in Deutschland nicht so viele Zitronengenießer gibt, auch wir schütteln uns dann, gibt es auch nicht so viele Zitronenfalter. Aber wenn ihr mal einen seht erkennt ihr ihn gleich.

Maria Jost, geb.1961 am linken Niederrhein, ist Umschülerin zur staatl. anerkannten Erzieherin, wohnt im Südschwarzwald und hat einen erwachsenen Sohn.
Unter dem Namen " SENTA RASKO " schreibt sie Kurzgeschichten und Gedichte und gestaltet großflächige Collagen.
Das Bild wurde gemalt von der Malkursgruppe der Stadt Villingen (BW)
unter der Leitung von Elvira Unruh.


Die Autorin/Der Autor empfiehlt ihre/seine Geschichte für Kinder von 11-14.

Erstellt am Mittwoch, 25.09.2013


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